Bevor eine Seite ranken kann, muss Google sie überhaupt kennen. Genau hier scheitern erstaunlich viele Websites still und leise: Sie sind online, sehen gut aus — aber einzelne Unterseiten oder ganze Bereiche stehen nicht im Google-Index und können deshalb in keinem Suchergebnis auftauchen. Der Check dauert fünf Minuten, wenn man weiß, wo man hinschaut.

Der schnelle Blick: die site:-Abfrage

Der bekannteste Trick ist die Suche nach site:ihre-domain.de direkt im Google-Suchfeld. Sie sehen dann eine Liste der Seiten, die Google zu Ihrer Domain kennt, und darüber eine ungefähre Trefferzahl. Die Abfrage lässt sich weiter eingrenzen:

  • site:ihre-domain.de/leistungen/ zeigt nur Seiten aus einem bestimmten Verzeichnis.
  • site:ihre-domain.de Badsanierung zeigt nur Seiten, die diesen Begriff enthalten.

Ein wichtiger Vorbehalt dazu: Die angezeigte Zahl ist eine Schätzung, kein Messwert. Sie schwankt zwischen zwei Abfragen, weicht regelmäßig deutlich vom tatsächlichen Indexbestand ab und eignet sich nicht für Diagnosen. Als Ja-/Nein-Test taugt sie trotzdem: Kommt gar nichts zurück, ist Ihre Domain sehr wahrscheinlich nicht im Index — und das ist ein Alarmsignal.

Der verlässliche Weg: die Google Search Console

Die belastbare Antwort steht in der kostenlosen Google Search Console. Nach einmaliger Bestätigung Ihrer Domain finden Sie unter Indexierung → Seiten den Bericht zur Seitenindexierung. Er zeigt zwei Zahlen: wie viele Seiten indexiert sind und wie viele nicht — und bei den nicht indexierten Seiten liefert Google die Begründung gleich mit.

Für einzelne Adressen gibt es das URL-Prüftool: URL oben eingeben, und Sie erfahren, ob die Seite im Index ist, wann Google sie zuletzt gecrawlt hat und ob es Probleme gibt. Von dort lässt sich auch eine erneute Prüfung anstoßen, etwa nach einer Überarbeitung.

Die häufigsten Gründe, warum Seiten fehlen

Im Indexierungsbericht tauchen immer wieder dieselben Meldungen auf. Was dahintersteckt:

  • „Gefunden – zurzeit nicht indexiert": Google kennt die Adresse, hat sie aber noch nicht abgerufen. Häufig bei neuen Seiten oder wenn Google die Domain für wenig ergiebig hält.
  • „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert": Die Seite wurde gelesen und für nicht aufnahmewürdig befunden. Das ist fast immer ein Qualitäts-, kein Technikproblem: zu dünner Inhalt, zu ähnlich zu anderen Seiten, kein eigener Nutzen.
  • „Durch noindex ausgeschlossen": Auf der Seite steht eine Anweisung, sie nicht aufzunehmen. Manchmal gewollt, oft ein Überbleibsel aus der Entwicklungsphase — der Klassiker nach einem Relaunch.
  • „Alternative Seite mit richtigem kanonischem Tag": Google hat eine andere Version als Original gewertet, etwa bei Adressen mit und ohne www oder mit Filterparametern. Meist unkritisch.
  • „Durch robots.txt blockiert": Der Bereich ist fürs Crawling gesperrt. Prüfen, ob das noch beabsichtigt ist.

Was Sie tun, wenn wichtige Seiten fehlen

Fehlt eine Seite, die Kundschaft bringen soll, hilft Aktionismus wenig — diese Reihenfolge dagegen schon:

  1. Technische Blockaden ausschließen. noindex, robots.txt und falsche Canonical-Angaben zuerst prüfen. Das sind die Fälle, die sich in Minuten beheben lassen.
  2. Inhalt ehrlich bewerten. Beantwortet die Seite eine echte Frage besser als das, was schon im Index steht? Zwei Sätze über eine Leistung reichen dafür nicht.
  3. Intern verlinken. Seiten, auf die von der Startseite oder wichtigen Leistungsseiten aus verlinkt wird, werden schneller gefunden als Waisenseiten, die nur in der Sitemap stehen.
  4. XML-Sitemap einreichen und aktuell halten, damit Google neue Adressen zuverlässig mitbekommt.
  5. Erneute Prüfung anfordern — und dann Geduld haben. Von Tagen bis mehreren Wochen ist alles normal.

Mehr indexierte Seiten sind nicht automatisch besser

Ein verbreitetes Missverständnis: Die Zahl im Bericht sei eine Punktzahl, die es zu maximieren gelte. Das Gegenteil stimmt häufiger. Werden plötzlich hunderte Adressen indexiert, die Sie nie gebaut haben, stecken meist Filter- oder Suchparameter, Druckansichten oder Kalenderseiten dahinter — und die verwässern das Bild, das Google von Ihrer Website hat. Sauber ist eine Website dann, wenn genau die Seiten im Index stehen, die auch Kundschaft bringen sollen.

Fazit

Die site:-Abfrage ist der Fieberthermometer-Blick: schnell, aber ungenau. Die Search Console ist die Diagnose. Prüfen Sie einmal im Quartal, ob Ihre wichtigsten Leistungsseiten tatsächlich im Index stehen — und ob dort nicht Seiten auftauchen, die niemand sehen sollte. Beides zusammen kostet Sie eine Viertelstunde und verhindert den ärgerlichsten aller Fälle: gute Inhalte, die nie jemand findet, weil Google sie nicht kennt.